Eine Kuh in Aquarell für eine Kuh im echten Leben

Meine liebe Kollegin Anja hat mich gebeten, ein Bild für die ‚Patenkuh‘ ihrer Tochter zu spenden. Beide heißen Lisa, das Mädchen und die Kuh.
Ich habe vor Jahren eine Portraitserie von Tieren gemacht, die normalerweise auf dem Teller landen. Die Kuh aus dieser Aquarell-Serie spende ich gern für eine echte Kuh.

Kuh in Aquarell.
Die Kuh aus meiner Aquarellserie ‚Nutztiere‘. Getroffen und fotografiert habe ich diese Kuh während einer Radtour am Bodensee.

Lisa und Lisa

Lisa, das Mädchen, ist 13 und geht in die 8. Klasse der Montessori-Schule Kaufering. Sie arbeitet momentan an ihrer „Großen Montessori-Arbeit“, das ist die Abschlussarbeit und Bedingung zum Vorrücken in die 9. Klasse. In dieser Arbeit beschäftigt sie sich mit dem Verein http://tiere-leben.de/Gerettete.html. So ist sie zu ihrer Patenkuh Lisa gekommen. Der Aufkauf der geretteten Tiere ist meistens finanzierbar. Schwieriger ist es, die laufenden Unterhaltskosten aufzubringen, dafür ist das Aquarell als Spende gedacht. Hier ist der Link zur Geschichte der Kuh Lisa.

Die Kuh Lisa ist eine sehr zahme Deutsch-Angus.
Die Kuh Lisa ist eine zahme Deutsch-Angus. Sie hängt sehr an ihrem Stierkälbchen Nebumuk.

Nutztiere

Ein üblicher Begriff für diese Tiere ist ‚Nutztiere‘. Ein Begriff, der zeigt, wie industrialisiert mit diesen Tieren umgegangen wird. Dabei dürfte jedem klar sein, dass entwickelte Säugetiere die gleiche Gefühlspalette wie ein Mensch haben. Glück, Angst, Spieltrieb, Langeweile, Sehnsucht nach der Mutter, Geborgenheit, Schmerzen u.s.w..

Vor Jahren habe ich das Buch von Jonathan Safran Foer ‚Tiere essen‘ gelesen. Er beschreibt, ohne zu polemisieren aber auch ohne Filter, wie es Tieren in der Massentierhaltung ergeht. Man weiß das alles, aber verdrängt es. Das Buch lässt einen nicht aus, die Verdrängung funktioniert nicht mehr. Es ist kein Buch für schwache Nerven.

Vegan leben

Direkt danach habe ich für einige Jahre komplett vegan gelebt. In der Anfangszeit hat es dazu geführt, dass meine Kleidergrößen zwei bis drei Nummern kleiner ausgefallen sind. Es war nicht so einfach, von heute auf morgen zur veganen Ernährung umzusteigen.

Heute ist es etwas leichter, da das Thema ‚vegan‘ in Deutschland ein großer Boom war und Kochbücher und Lebensmittel nur so aus dem Boden gesprossen sind. Richtig leicht ist es immer noch nicht, es braucht eine gute Planung und Vorratshaltung sowie viel Einsatz in der Küche. Unterwegs ist überall Essen ‚to go‘ zu haben – in Kantinen, Bahnhöfen, Einkaufszonen, Stadtmärkten. Aber veganes Essen ist immer noch relativ selten und gerade im Arbeitsleben muss man sich i. d. R. selbst versorgen.

Neue Welten in der Küche

In der Zeit habe ich mich sehr viel mit amerikanischen Kochbüchern beschäftigt. Meine absolute Favoritin unter den Kochbuchautoren ist Isa Chandra Moskowitz mit ihrer Post Punk Kitchen. Wenn man in der veganen Szene unterwegs ist, streift man auch die Themen Vollwertküche, rohköstliche Ernährung und traditionelle vegane Küchen wie die japanische (hier gibt es keine Milchprodukte). Man wird reich belohnt mit Einblicken und dem Erschließen völlig neuer Welten und Möglichkeiten.

Tierbilder bei den Extraveganten

Zum Malen bin ich allerdings kaum gekommen, weil meine Zeit und Energie in die Küche geflossen sind. Die Tierserie ist aber entstanden. Wir waren damals oft freitags nach Schulschluss meiner Tochter bei den Extraveganten. Ein kleines, veganes Restaurant in der Frauentorstraße in Augsburg. Es gab immer ausgezeichnetes Essen. Meine Aquarell-Tierserie, die ‚Nutztiere‘ als Individuen mit eigenen Charakter darstellt, hatte ich auf Leinwand ziehen lassen und den Extraveganten für ihr Restaurant zur Verfügung gestellt. Das ist bei den Besuchern der Extraveganten ziemlich gut angekommen.

Leider war das Restaurant ziemlich weit weg von Fußgängerzonen und Einkaufspassagen, so dass zu wenig Zulauf war und die Extraveganten schließen mussten. Ich stecke heute wieder mehr Energie in die Malerei und weniger in das Essen. Jetzt leben wir zu großen Teilen – aber nicht mehr ausschließlich – vegan.

So einen Döner habe ich einem Freund mitgebracht. Er hat nicht gemerkt, dass es ein veganes Essen war. Ich habe es ihm erst Wochen später erzählt und er ist schließlich auch Fan von veganem Essen geworden.

2 Antworten auf „Eine Kuh in Aquarell für eine Kuh im echten Leben“

  1. Hallo Peggy,
    leider mussten die Extraveganten schließen da unsere Pächterin den Laden absolut runtergewirtschaftet hat und keine Pacht mehr an uns gezahlt hat.
    Deine Bilder sind toll! Und wir waren immer Happy darüber sie in unserem Laden zu haben.
    LG Sandra

    1. Liebe Sandra, es ist sehr schade, dass ihr schließen musstet. Leider laufen die Dinge nicht immer so, wie man es sich erhofft.
      Ich bin mir sicher, dass ihr schon wieder ganz tolle Projekte am Laufen habt. Btw, gestern gab es ganz tolle Nachspeise bei uns, Seidentofu mit Schokolade, eine fantastische Konsistenz : ))
      Liebe Grüße, Peggy